LesbenFilmNächte – Geschichte des Lesbischen Kinos
LesbenFilmNächte – Geschichte des Lesbischen Kinos
Die Geschichte des lesbischen Kinos spiegelt eine Reise der Widerstandsfähigkeit, Kreativität und des Fortschritts wider. Von frühen unterschwelligen Referenzen bis hin zu zeitgenössischen, authentischen und Fantasievollen Darstellungen haben lesbische Geschichten im Film zu einer inklusiveren und einfühlsameren Filmlandschaft beigetragen.
Im Februar zeigen wir den Film „Die Misandristinnen“ von Bruce LaBruce, Deutschland 2017, 91 Minuten, englisch-dänisch-deutsche Originalfassung mit deutschen Untertiteln, FSK 18
Irgendwo in Ger(wo)many. Die Terroristinnen-Zelle „Female Liberation Army“ (FLA) bereitet den Umsturz des Patriarchats und die Installation einer neuen weiblichen Weltordnung vor. Dazu hat ihre Anführerin Big Mother eine Gruppe von acht schwer erziehbaren Mädchen um sich gesammelt, die sie gemeinsam mit ihren Kameradinnen auf einem abgelegenen Landgut ausbildet. Nach außen hin ist das Anwesen als katholische Internatsschule getarnt. Um die Revolution zu finanzieren und die eigene Ideologie zu verbreiten, möchten die Frauen feministische Pornographie drehen und vertreiben. Doch als eine der „Internatsschülerinnen“ einen verletzten linksradikalen Soldaten im Wald entdeckt und heimlich in den Keller des Anwesens bringt, um ihn gesund zu pflegen, droht die strikte Hausordnung aus den Fugen zu geraten. Um die Revolution zu retten, muss Big Mother zu drastischen Mitteln greifen …
Der Film des kanadischen Kultregisseurs Bruce LaBruce („No Skin Off My Ass“, 1991; „Otto; or, Up with Dead People“, 2008; „Gerontophilia“, 2013) funktioniert als Fortsetzung seiner berüchtigten Propaganda-Porno-Satire „The Raspberry Reich“ (2005). Nicht ohne Grund mögen manche bei der Geschichte an den jüngsten Film von Sofia Coppola denken: Wie Coppolas „Die Verführten“ (2017) ist „die Misandristinnen“ ein Remake von Don Siegels Bürgerkriegsmelodram „The Beguiled“ (1971). Das ungleich geringere Budget von „die Misandristinnen“ kompensiert LaBruce mit der Besetzung von queeren Underground-Stars (Susanne Sachße, Kembra Pfahler) und radikalen Regieeinfällen, die die Grenzen des guten Geschmacks bis aufs Äußerste ausreizen …